Belletristik bezeichnet die fiktionale und schöngeistige Literatur, die hauptsächlich zur Unterhaltung dient, weshalb sie auch oft als Unterhaltungsliteratur bezeichnet wird. Das Wort stammt vom französischen "belles lettres", was wörtlich "schöne Buchstaben" oder "schöne Schreibkunst" bedeutet. Sie erzählt fiktionale Geschichten und soll den Leser unterhalten und zum Nachdenken anregen.
Sachliteratur ist Literatur, die Fakten, Wissen oder reale Informationen vermittelt. Im Gegensatz zur Belletristik (fiktionale Literatur) erzählt sie keine erfundene Geschichte, sondern behandelt wirkliche Themen aus der Realität. Dazu gehören Ratgeber, Sachbücher, Biografien & Autobiografien, Fachbücher, Essays und Erfahrungsberichte & Memoiren.
Prosa ist eine freie, nicht an Verse oder Reim gebundene Schreibform, die sich an der natürlichen Sprache orientiert. Sie bildet die Grundlage der meisten erzählenden Texte wie Romane, Kurzgeschichten, Novellen oder Essays.
Ein Roman ist eine längere erzählende Geschichte mit komplexer Handlung und mehreren Charakteren, die oft über einen längeren Zeitraum hinweg erzählt wird.
Beispiele: Der Herr der Ringe von J.R.R. Tolkien, Robinson Crusoe von Daniel Defoe
Eine Novelle ist eine mittellange Erzählung, die sich auf wenige Hauptfiguren konzentriert und einen klaren Wendepunkt oder ein überraschendes Ereignis enthält.
Beispiele: Kleider machen Leute von Gottfried Keller, Die Verwandlung von Franz Kafka
Eine Kurzgeschichte ist eine sehr kurze Erzählung, die meist nur einen Moment, ein Ereignis oder einen Eindruck schildert und oft ein offenes Ende hat.
Beispiele: Das Urteil von Franz Kafka, Die Küchenuhr von Wolfgang Borchert
Eine Light Novel ist ein kurzer, meist jugendlicher Roman aus Japan, der oft mit Illustrationen versehen ist und leicht lesbar geschrieben ist.
Beispiele: Sword Art Online von Reki Kawahara, No Game No Life von Yuu Kamiya
Eine Parabel ist eine kurze, lehrhafte Erzählung, die eine moralische oder gesellschaftliche Botschaft vermittelt.
Beispiele: Vor dem Gesetz von Franz Kafka, Der verlorene Sohn in der Bibel
Ein Essay ist ein kurzer Text, in dem der Autor seine Gedanken, Meinungen oder Analysen zu einem bestimmten Thema darstellt.
Comics sind bildbasierte Erzählungen, die oft in Panels strukturiert sind und Text und Bilder kombinieren. Sie erscheinen in Heften, Bänden oder online.
Beispiele: Batman, Asterix
Manga sind japanische Comics, meist in Schwarz-Weiß und traditionell von rechts nach links zu lesen. Sie decken viele Genres ab und erscheinen häufig zuerst in Magazinen.
Beispiele: Naruto, Attack on Titan
Manhwa sind Comics aus Südkorea, die oft farbig sind und von links nach rechts gelesen werden. Viele moderne Manhwa erscheinen zuerst digital als Webtoons.
Beispiele: Solo Leveling, Tower of God
Manhua sind Comics aus China oder Taiwan, meist farbig und optisch oft an Webtoons angelehnt. Sie greifen häufig chinesische Kultur, Mythologie oder historische Stoffe auf.
Beispiele: Heaven Official’s Blessing, Grandmaster of Demonic Cultivation
Webtoons sind vertikal scrollbare, farbige Online-Comics, die speziell für Smartphones und digitale Plattformen entwickelt wurden. Sie stammen ursprünglich aus Korea, sind heute aber weltweit verbreitet.
Beispiele: Eleceed, The Fateful Invitation
Webnovels sind Romane, die kapitelweise online veröffentlicht werden, oft auf speziellen Plattformen und meist mit hoher Veröffentlichungsfrequenz. Viele werden später als gedrucktes Buch oder als Manga/Webtoon adaptiert.
Beispiele: Omniscient Reader’s Viewpoint, The Beginning After the End, Shadow Slave
Fanfictions sind Geschichten, die von Fans geschrieben werden und auf existierenden Werken basieren, z. B. Büchern, Filmen, Spielen oder Anime. Sie nutzen bekannte Figuren oder Welten, erzählen aber neue oder alternative Handlungen.
Beispiele: Die Unfassbare von Soleira, just an outsider in the end. von リリス - riris (arurun)
Klassische Genres bilden die Grundlage vieler Geschichten und unterscheiden sich vor allem durch typische Themen, Stimmungen und Handlungsmuster. Fantasy erzählt von erfundenen Welten oder übernatürlichen Elementen wie Magie, Fabelwesen oder mythischen Kräften, während Science Fiction sich mit Zukunft, Technologie und deren Auswirkungen auf Menschheit und Gesellschaft beschäftigt, häufig inklusive Raumfahrt, künstlicher Intelligenz oder alternativer Zukunftsszenarien. Romance fokussiert sich auf Liebesbeziehungen und emotionale Konflikte zwischen Figuren, während Drama realistische, emotionale Geschichten mit Schwerpunkt auf zwischenmenschlichen Konflikten und moralischen Entscheidungen erzählt.
Abenteuerwerke handeln von Reisen, Herausforderungen und riskanten Unternehmungen, bei denen Figuren neue Orte entdecken oder Gefahren überwinden. Beim Krimi stehen Rätsel, Verbrechen oder Geheimnisse im Mittelpunkt, die oft durch eine Ermittlungsstruktur gelöst werden. Thriller erzeugen Spannung, Nervenkitzel und Zeitdruck, während Horror Angst, Unbehagen oder Grauen hervorruft, oft durch das Übernatürliche oder das Unheimliche. Comedy nutzt Humor und absurde Situationen zur Unterhaltung, während Action auf körperliche Auseinandersetzungen, schnelle Abläufe und spektakuläre Szenen setzt. Schließlich beschreibt die Tragödie das unausweichliche Scheitern von Figuren und deren Leid, um emotionale Erschütterung und Nachdenklichkeit zu erzeugen.
Die zielgruppenorientierten Kategorien wie Shonen, Shojo, Seinen und Josei beschreiben keine Genres, sondern richten sich nach dem Alters- und Geschlechtsfokus der Leserschaft. Shonen erzählt meist actionreiche, dynamische Geschichten für junge Männer, während Shojo romantische oder emotionale Inhalte für junge Frauen betont. Seinen richtet sich an erwachsene Männer und behandelt oft komplexere, realistischere oder düstere Themen, während Josei Geschichten für erwachsene Frauen bietet, häufig mit reiferen Beziehungen und alltagsnahen Konflikten. Ergänzend gehören BL (Boys’ Love) und GL (Girls’ Love) ebenfalls in diesen Bereich, da sie sich stark auf bestimmte romantische Beziehungsdynamiken konzentrieren und typischerweise eine klare Zielgruppe ansprechen.
Die Kategorien Isekai, Urban Fantasy, Post-Apokalypse, Dark Fantasy, Magical Realism und Supernatural lassen sich unter Setting und Weltaufbau zusammenfassen, da sie sich vor allem darüber definieren, in welcher Art von Welt die Geschichte spielt und welche übernatürlichen oder fantastischen Elemente dort existieren. Diese Begriffe beschreiben, ob Figuren in eine andere Welt gelangen (Isekai), Magie im modernen Alltag existiert (Urban Fantasy), die Welt zerstört wurde (Post-Apokalypse), Fantasy besonders düster ist (Dark Fantasy), Magie unauffällig in der Realität verborgen wirkt (Magical Realism) oder übernatürliche Wesen und Phänomene eine Rolle spielen (Supernatural).
Der Bereich Atmosphäre & Ton umfasst Kategorien, die beschreiben, wie sich eine Geschichte anfühlt und welche Stimmung sie vermittelt. Dazu gehören etwa Psychological Horror/Thriller, Romantic Comedy oder Slice of Life, da sie den emotionalen Klang bestimmen – von leicht und humorvoll bis düster, intensiv oder alltäglich-ruhig. Diese Begriffe sagen weniger über das Setting oder die Zielgruppe aus, sondern darüber, welche Stimmung die Handlung trägt, wie bedrohlich, romantisch, humorvoll, melancholisch oder psychologisch tiefgehend eine Geschichte wirkt.
Tags helfen dabei, Geschichten präzise zu beschreiben und sofort erkennen zu lassen, welche Besonderheiten sie enthalten. OC-centric zeigt an, dass eine Handlung sich stark auf eine eigene, nicht im Original vorkommende Figur konzentriert. Alternative Universe (AU) weist darauf hin, dass bekannte Charaktere oder Welten in ein anderes Setting oder unter andere Bedingungen versetzt werden, während Canon Divergence beschreibt, dass die Geschichte vom offiziellen Verlauf des Originals abweicht. Slow Burn wiederum bedeutet, dass sich Beziehungen oder zentrale Entwicklungen sehr langsam und behutsam aufbauen.
Themen beschreiben die inhaltliche Ausrichtung einer Geschichte. Slice of Life fokussiert den Alltag und kleine, reale Erlebnisse, während psychologische Werke innere Konflikte, Emotionen und mentale Prozesse in den Mittelpunkt stellen. Philosophische Geschichten greifen grundlegende Fragen über Sinn, Moral oder menschliche Existenz auf. Coming of Age behandelt den Weg des Erwachsenwerdens und die persönliche Reifung einer Figur.
Es gibt verschiedene Storytelling-Elemente und Stilmittel, die eine Geschichte prägen und ihre Wirkung verstärken. Dazu gehören etwa der Plot Twist, der eine unerwartete Wendung in der Handlung bringt, oder das Durchbrechen der vierten Wand, bei dem Figuren direkt mit dem Publikum kommunizieren oder sich ihrer eigenen Fiktion bewusst werden. Symbolik nutzt Bilder, Objekte oder Motive, um über ihre offensichtliche Bedeutung hinaus tiefere Inhalte zu vermitteln, während die Dramaturgie den Aufbau und Spannungsverlauf einer Geschichte bestimmt und so den Ablauf sowie die emotionale Wirkung der Handlung lenkt.
Die Erzählerformen und Perspektiven bestimmen, aus welchem Blickwinkel eine Geschichte erzählt wird und wie die Handlung und die Figuren wahrgenommen werden. Dazu gehören der Ich-Erzähler in der ersten Person, der Er/Sie-Erzähler in der dritten Person, der allwissende Erzähler, der Einblicke in Gedanken und Gefühle aller Figuren gibt, sowie der personale Erzähler, der nur einer Figur folgt. Ebenfalls üblich ist der unzuverlässige Erzähler (unreliable narrator), dessen Darstellung der Realität fragwürdig sein kann, sowie multiperspektivische Erzählungen, bei denen die Perspektiven zwischen mehreren Figuren wechseln.
Beim Beta-Reading liest eine oder mehrere Personen einen Text vor der Veröffentlichung, um Feedback zu Handlung, Charakteren, Stil und Verständlichkeit zu geben. Ziel ist es, Schwachstellen zu erkennen und den Text zu verbessern.
Ein Lektorat überprüft den Text inhaltlich, stilistisch und strukturell, während ein Korrektorat vor allem Rechtschreibung, Grammatik und Zeichensetzung korrigiert. Beide Schritte dienen der Qualitätssteigerung vor der Veröffentlichung.
Plattformen sind Orte, an denen Geschichten veröffentlicht oder geteilt werden, z.B. Webnovel-Plattformen, Fanfictionsites, Manga- oder Webtoon-Portale. Sie bestimmen Reichweite, Zugänglichkeit und oft auch die Formate der Texte.
Der Status gibt an, ob ein Werk abgeschlossen, fortlaufend oder pausiert ist. Typische Kennzeichnungen sind z.B. ongoing, hiatus oder completed, was Lesern Orientierung über den Fortschritt der Geschichte bietet.